Nichts bringt die Räder so ins Rollen wie ein Vulkan, den man zähmt. Filmräder, Bikeräder, die kleinen Zahnräder im Kopf – oder alles zusammen, wenn du Peter Kaiser bist. Der leidenschaftliche Fotograf und Mountainbiker aus Innsbruck steckt gerade mitten in den Dreharbeiten (und Rides) für Tape, ein kurzes Mountainbike-Filmprojekt, an dem er arbeitet. Im Film geht’s darum, was alles hinter Mountainbike-Filming und Fotografie steckt: nicht nur ums Fahren, sondern um die Leute und den ganzen Prozess hinter einem Shot. Für ein Kapitel des Projekts war er am Ätna freeriden, auf staubigen Vulkanlinien unterwegs – in seinem liebsten Mons Bike Kit, zusammen mit Axel Weinmann und Fotograf Moritz Ablinger. Wir haben uns mit ihm hingesetzt und nachgefragt, wie’s gelaufen ist.


Was war die Idee hinter diesem Kapitel – und wie ist das Ganze entstanden?
Ich hatte schon viel über den Ätna gehört und wollte dort unbedingt etwas mit meinem Kumpel Axel drehen, der mit dem Motorrad unterwegs war. Ursprünglich waren nur wir zwei geplant, was logistisch schnell knifflig wurde, bis Moritz für einen Teil des Trips dazukam. Bis dahin hatte ich meist allein gefilmt, eher mit statischen Shots, also wollte ich diesmal etwas anderes ausprobieren. So kam die Idee mit dem Zoomobjektiv auf: das ganze Kapitel als einen einzigen durchgehenden Zoom drehen, von Anfang bis Ende. Ich richte den Shot ein und löse den Zoom entweder selbst aus oder gebe das an jemand anderen weiter. Das hat richtig gut funktioniert, und als Dreierteam blieb alles überschaubar. Nicht kompliziert, nicht materialintensiv.
Gab’s Hürden, bis der Shoot stand?
Die Idee kam mir auf der Fahrt zur Fähre in Genua, und konkreter wurde sie, als ich dort in einem Kameraladen den Zoom-Motor abgeholt habe. Das Ding lief gut – ausser dass ich mitten im Nirgendwo ein Update machen musste. Dafür sind wir stundenlang herumgefahren, nur um überhaupt Empfang zu kriegen. Hat uns ungefähr einen halben Tag gekostet.

Nimm uns mal mit: Wie lief das mit den Sprüngen?
Axel war schon vorher draussen in der Wüste unterwegs und kannte die Location ein bisschen. Er und Moritz haben den Sprung zusammen geshaped. Generell haben wir viele Spots gescoutet und dann einfach losgelegt, um zu sehen, ob’s funktioniert. Du kannst planen, so viel du willst – am Ende kommt’s sowieso anders, also ist flexibel bleiben alles. Die Sprünge fuhren sich deutlich härter, als sie in den Clips aussehen. Eine Nacht lang habe ich mit der Stirnlampe über einem rostigen alten Auto noch die Form fertiggemacht. Als das Ding endlich stand, blieb kaum noch Zeit zum Filmen, weil ich sowieso zurückfahren musste – ich hatte irgendwo unterwegs mein Nummernschild verloren. Am Schluss haben wir das Ganze in letzter Sekunde noch schnell abgedreht.
Wie war die Location?
Trockener als sonst für die Jahreszeit, also hatten wir viel Wasser dabei und konnten mit meinem 4x4 direkt in die Wüste fahren. Eine wilde Gegend, mit zerfressenen und erodierten Hängen, die fahrtechnisch ziemlich heikel sind. Aber mit dem richtigen Licht war das Fahren dort draussen einfach unglaublich.


Was war der Moment, der dir vom Trip am meisten geblieben ist?
Die Nächte, die wir zu dritt in meinem alten T3-Camper verbracht haben. Ein Zelt aufzustellen war an den meisten Spots nicht wirklich eine Option. Moritz hat anfangs noch sein eigenes Zelt aufgebaut – und genau das hat mich eigentlich dazu gebracht, fürs Busdach noch ein Dachzelt zu holen, damit drinnen mehr Platz für das ganze Produktionsequipment bleibt.
Und der Ätna selbst – das Highlight der Reise?
Der Ätna war der wildeste Ort, an dem ich je gefahren bin. Eine Mischung aus Winter-Freeride und Vulkanlandschaft, mit diesen grünen Büschen dazwischen, die weich aussehen, aber steinhart sind – im Grunde perfekte kleine Side-Hit-Features. Ich wollte ein paar Turns näher an der Kamera setzen, hab mich vom Licht und davon, wie gut sich das Fahren angefühlt hat, mitreissen lassen und bin am Ende zu nah rangekommen. Hab die Linse eingesandet und eine der Kameras gekillt.


Zum Schluss: Was nimmst du von dem Trip mit?
Ein alter T3-Camper, ein Bike, Ski und jede Menge Abenteuer mit einer Kamera und guten Leuten. Am Ende ging’s einfach darum, die gemeinsame Zeit zu feiern.