Jess Hotter ist eine Naturgewalt – und zu Hause auf den größten Spielplätzen der Natur. Das Freeride-Phänomen aus Ohakune in Neuseeland wirkt nirgends mehr in ihrem Element als mit Vollgas den Berg runter und in den leuchtenden Augen von Fans, Ridern und kleinen Shred-Kids auf der ganzen Welt. Uns eingeschlossen, logisch. Bekannt für ihre flüssigen Lines, ihren furchtlosen Style und kreative Big-Air-Moves in einigen der steilsten Faces der Welt, fährt Jess den Berg mit einem Flow, der dich daran erinnert, warum wir dieser einen Line überhaupt hinterherjagen.
Von den lokalen Hängen bis zum historischen Moment als erste Kiwi, die sich 2022 den Gesamtweltcupsieg der Freeride World Tour bei den Frauen im Skiing holte: Jess macht nichts halb. Sie verschiebt Grenzen, sucht das Abenteuer und lebt so groß, wie es nur geht. Zäh, widerstandsfähig und mit einem echten Händchen für kreative Powder-Lines.
Jess war eigentlich bereit, 2026 beim Natural Selection Ski Event richtig einen rauszuhauen – leider hat sie eine üble Knieverletzung bei den FIS Freeride World Champs für dieses Jahr ausgebremst. Aber als Mons Royale Athletin und absolute Legende stehen wir natürlich voll hinter ihr – für eine schnelle, starke Recovery und eine noch bessere nächste Saison.
Wir haben uns mit Hotter auf einen kleinen Plausch hingesetzt – über das Leben, das Träumen und warum sie von NST so angefixt ist.

Hey, Hotter. Magst du dich kurz vorstellen?
Hey, ich bin Jess. Ich bin Freeride-Skifahrerin und komme von der Nordinsel Neuseelands. Aufgewachsen bin ich in einer kleinen Stadt am Fuß des mächtigen Maunga Ruapehu, und Skifahren gelernt habe ich im Turoa Ski Field. Ich war schon immer total leidenschaftlich, was Skifahren angeht, und liebe es, mit guten Leuten und guten Vibes in den Bergen unterwegs zu sein. Als ich jünger war, bin ich erst ein bisschen Rennen gefahren, bevor ich meine Liebe zum Freeriden entdeckt habe – und wie das bei einem von Natur aus wettkampforientierten Menschen eben so ist, hat mich das dann in den kompetitiven Freeride gezogen. Ich starte seit meinem 22. Lebensjahr bei Wettkämpfen und bin immer noch dabei.
Deine erste Ski-Erinnerung?
Meine ersten starken Ski-Erinnerungen sind, wie ich als Kind mit dem TASCI (Turoa Alpine Ski Club Inc) über den Hang geballert bin. Ich habe auch noch ein paar vage Erinnerungen an meinen Geburtstag im Manganui Ski Field in Taranaki und ans Skifahren in Tukino.
Was war zuletzt das Coolste, das du gemacht hast? Irgendwelche guten Touren?
Uff, das Coolste in letzter Zeit ... wahrscheinlich, dass ich in den vergangenen Wochen bei den allerersten Freeride World Championships in Andorra starten durfte.
Woran arbeitest du gerade oder was lernst du aktuell?
Ich lerne gerade Cork 7s und versuche, meine 3s besser hinzubekommen. Und ich habe noch ein paar kleine Hobbys im Blick, in die ich tiefer eintauchen will.

Welchen Traum würdest du gern Wirklichkeit werden sehen?
Ein großer Traum von mir ist, eines Tages in den Fjorden Norwegens von einem Segelboot aus Ski zu fahren. Mich reizen auch ein paar eher abgelegene Orte, aber logistisch ist das wahrscheinlich nicht ganz ohne. Ooh – und Alaska. Ich will Spines in Alaska fahren.
Auf welche nächste Tour freust du dich gerade am meisten?
Im Moment liegt mein ganzes Planen noch kurz auf Eis, aber ich würde wahnsinnig gern ein künstlerisches oder erzählerisches Projekt über meine Heimat und die Kraft der Vulkane auf der Nordinsel umsetzen.
Was würden die Leute eher nicht über dich vermuten?
Ich glaube, viele würden nicht denken, dass ich ein bisschen Oma-Vibes habe und total gern Obst einkoche, stricke und Töpfern lerne.
Dein Lieblingspiece von Mons in deinem Kleiderschrank?
Mein Lieblingsstück von Mons ist das, was ich am häufigsten trage – und das ist mein Icon Long Sleeve. Ich trage es zu Hause, unterwegs und am Berg ist es sowieso meine erste Wahl. Ehrenvolle Erwähnungen gehen an die Santa Rosa Balaclava und meine Hannah Hot Pants (im Winter trage ich quasi nichts anderes).


Was zieht dich speziell an NST an?
Was mich an NST reizt, ist die kreative Vielfalt. Ich finde, dort kommen Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zusammen und kämpfen für dasselbe Ziel. Die FWT ist viel spezifischer, weil dort alles stark punktebasiert ist und alle denselben Qualifikationsweg durchlaufen haben. Bei NST kommen die Rider aus komplett verschiedenen Welten und müssen nicht innerhalb einer superengen Vorgabe bei Line-Wahl und Scoring-System fahren. Sie können das machen, was sie wirklich inspiriert.
Welche Art von Skifahrer:in oder Rider wird bei NST deiner Meinung nach belohnt?
Ich glaube, NST belohnt einen schnellen, fließenden Ansatz. Das hat man letztes Jahr bei Kuch und Weazy richtig gesehen. Die fließen den Berg runter wie Wasser.
Wie unterscheidet sich ein Wettkampf bei NST von anderen Events, die du machst oder gemacht hast?
NST ist einfach ein komplett anderes Kaliber. Gerade weil es ein eigenständiges Event ist, gibt es kein Taktieren und keine vorsichtigen Lines, nur um über irgendeinem Cut zu bleiben. Mich hat total angefixt, einfach das Face anzuschauen und zu denken ... yep, das sieht verdammt spaßig aus. Genau das will ich fahren – einfach für die Seele.
Was steckt in deinem Adventure-Sandwich?
Mein Adventure-Sandwich ist entweder ein Bagel mit zwei Eiern, Bacon, Brie, Relish oder Marmelade und Mayo ... oder ein Panini/Sandwich/whatever mit Hähnchen, Brie und Cranberry.
Wie heißt deine Lieblingsplaylist?
Meine Lieblingsplaylists heißen aktuell: "Howdy let's get rowdy" "Emo Bitch" und "Comp 3.0".
